Befreiung


Befreiung, Andreas Reimann

Wer nichts will, muß es wollen. Und mitunter
gleich muscheln öffnen dann die sinne sich.
Ein wunder ist es zwischen all dem plunder!

Und wie ein kind erkennt als wesentlich
den kleinsten käfer, das geringste blatt,
wird ihm bewußt: wie soll mit neuem maß
er messen das, was er vergessen hat?
Und wie, das immer wiederkehrt, das gras?

Wer wie der zeiger einer sonnenuhr
das licht ausstehet, statt von schein zu schein
ihm nachzujagen wie dem traum vom gold,
den spinnt es ein mit seiner honigspur,
dem bernstein-bunt. Er wird gefesselt sein.

Und frei, so frei, wie er es einst gewollt.

(Andreas Reimann, 2005)


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