Ein kafkaesker Traum


Kafkaesker Traum

Der folgende Traum, den ich heute nacht geträumt habe, ist ganz sicher vom gestrigen Abend und seinen Gesprächen inspiriert. Deswegen widme ich diesen Blogeintrag auch R. und S.:

Ich bin Angestellter in einer Bank und komme zur Arbeit in ein sehr großes Bürogebäude mit vielen Menschen, die alle unglaublich beschäftigt sind oder scheinen. Es gelingt mir nur schwer, mich bemerklich zu machen. Ich möchte wissen, wohin ich gehen muss, welches mein Platz ist, aber niemand nimmt mich zur Kenntnis. Irgendwann erreiche ich einen Raum, in dem mein Arbeitsplatz zu sein scheint. Ich setzte mich an den Schreibtisch, packe meine Sachen aus, beginne mich einzurichten. Und dann muss ich auf die Toilette.

Als ich zurück komme, sind alle Sachen und der Schreibtisch weg. Ich frage die „Kollegen“, was passiert sei. Und einer sagt zu mir, dass jemand in der Zwischenzeit alles abgeholt habe. Aber wohin er es gebracht habe wisse er auch nicht. Damit beschäftigt er sich wieder mit seinen Aufgaben und läßt mich stehen.

Ich gehe aus dem Raum und mache mich auf die Suche. Jeder, den ich fragen möchte, beschäftigt sich mit seinen Dingen und scheint mich überhaupt nicht zu bemerken. So laufe ich durch das ganze Gebäude und werde allmählich wütend, weil ich dort meine Platz finden und arbeiten möchte.

Ãœberall gibt es kleinere Räume, in denen Angestellte zusammen sitzen und Meetings abhalten. Obwohl mich jemand versucht aufzuhalten, platze ich schließlich in ein solches Meeting hinein. Ich reiße die Tür auf, stürme in den Raum und erkläre laut, jemand solle mir sagen, wohin meine Sachen und mein Schreibtisch gekommen seien. Ich müsse doch anfangen zu arbeiten. Darauf  schaut einer der Männer auf und teilt mir mit, ich möchte mich doch bitte einen Augenblick gedulden, denn, wie ich sicher sehe, befinden sie sich in einer Besprechung.

Die Männer fahren in einer Art fort, die mich verstehen läßt, dass sie mir sicher nicht weiterhelfen werden, wobei es absolut irrelevant ist, ob sie mir nicht helfen können oder wollen. Das Resultat steht fest: sie beachten mich gar nicht.

Verzweifelt renne ich aus dem Raum, renne durch das Gebäude, suche, suche, suche. Aber es will mir nicht gelingen, meinen Arbeitsplatz zu finden.

Plötzlich bin ich nicht mehr im Gebäude, sondern auf der Straße in einer fremden Stadt. Und ich laufe und laufe, finde mich aber gar nicht mehr zurecht. Und jetzt habe ich mich total verlaufen und kann nicht einmal mehr das Bankgebäude finden.

Zum Glück bin ich an dieser Stelle aufgewacht – der ganze Traum kommt mir sowieso reichlich kafkaesk vor.

Obwohl mir nach diesem Traum niemand glauben mag, dass der gestrige Abend, der mich dazu inspirierte, ein sehr schöner, harmonischer, interessanter und oft auch lustiger war, kann ich nur sagen: er war es. Was mir im Schlaf nachging, war lediglich das Gespräch der letzten Stunde, das in philosophische Tiefen ging. Vielen Dank für eure Gastfreundschaft, ihr lieben Freunde R. und S.

Und da ich trotz kafkaeskem Traum gut ausgeschlafen aufwachte – also alles gut war – zum Schluß noch ein versöhnlicheres Morgenfoto:

Kafkaesker Traum - das gute Ende


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