herzlichen glückwunsch zu drei jahren blog


seelenruhig

meine wunderbare frau hat heute jubiläum: drei jahre blog seelenruhig.

als technischer berater fühle ich mich für diesen blog auch ein wenig mitverantwortlich. aber alle ideen, von der äußeren gestaltung bis zu den sehr zahlreichen einträgen, stammen von dir, meine liebe. und das muss gesagt werden: du hast seelenruhig mit viel geschmack, herz, sinn für schönes … zu einem besonderen platz im weltweiten netz gemacht. mit zweierlei virtuellen sträußen will ich dir dazu gratulieren:

der erste strauß besteht aus sehr edlen blumen.

den zweiten strauß betrachte als literarischen – eine kleine bunte mischung kurzer gedichte von robert gernhardt.

Terzinen über die Vergeßlichkeit
nach Kuno von Hofmannsthal

Noch spür ich ihren Dingens auf den Wangen,
Wie kann es sein, daß diese Tage
Dings sind, für immer fort und ganz vergangen?

Dies ist ein Ding, das keiner voll aussinnt
Und viel zu kommnichtdrauf, als daß man klage,
Daß alles gleitet und vornübertritt.

Und daß mein eignes … Na! durch nichts gehemmt
Herüberglitt aus einem Kind? Ja, Kind,
Mir wie ein Hut unheimlich krumm und fremd.

Dann: daß ich auch vor Jahren hundert war
Und meine Ahnen, die im roten Hemd
Mit mir verdingst sind wie mein eignes Haar.

So dings mit mir als wie mein eignes Dings.

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Dorlamm meint

Dichter Dorlamm läßt nur äußerst selten
andres Meinungen als seine gelten.

Meinung, sagt er, kommt nun mal von mein,
deine Meinung kann nicht meine sein.

Meine Meinung – ja, das läßt sich hören!
Deine Deinung könnte da nur stören.

Und ihr andern schweigt! Du meine Güte!
Eure Eurung steckt euch and die Hüte!

Laßt uns schweigen, Freunde! Senkt das Banner!
Dorlamm irrt. Doch formulieren kann er.

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Was die Sprache verrät

Vier Silben – hämmernd, unmenschlich, kalt:
Großstadtasphalt

Drei schwebende, lebende Silben nur:
Waldesflur

Zwei Silben – forschend, bedeutungsvoll, froh:
Hallo

Einsilbig, hochfahrend, jählings und knapp:
Schrapp


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